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Erfahrungsbericht: Seminar “SDL MultiTerm 2017 für Anwender” von Renate Dockhorn

Zum vernünftigen Arbeiten als Übersetzer gehören für mich auch Termbanken. Es gibt kaum ein Projekt, für das ich keine Termbank verwende. Dort speichere ich die Fachterminologie des Kunden, gerade auch die selten vorkommenden Termpaare, nach denen ich länger recherchieren musste. Aber auch häufig wiederkehrende Wörter und Phrasen, wie etwa Firmenname oder Anschrift bzw. Produktnamen, finden bei mir Eingang in diese Datenbanken. So vermeide ich Tippfehler und spare mir Schreibarbeit.

Teilnahmebestätigung Seminar SDL MultiTerm 2017

Man lernt nie aus
Zum Anlegen, Aufbereiten und Verwalten der Terminologie verwende ich derzeit SDL MultiTerm 2017. Zwar bin ich ein durchaus geübter Nutzer, doch verwende ich immer nur einen Bruchteil der Funktionen. Um ein wenig über den Tellerrand hinaus zu schauen und eventuell auch Funktionen kennenzulernen, die mir im Arbeitsalltag weiterhelfen können, habe ich am 8. Juni 2018 das Seminar „SDL MultiTerm 2017 für Anwender“ von Renate Dockhorn besucht.

Das Seminar fand, für mich sehr günstig, in Essen statt. Neben mir nahmen noch drei weitere Interessierte teil, sodass wir eine nette kleine Runde waren. Ich möchte jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, da das Seminar im Prinzip alle wichtigen Themen abgehandelt hat. Hier nur ein kurzer Überblick:

  • Anlegen von Termbanken
  • Sinnvoller Aufbau von Termbanken, inklusive Felder
  • Import von Termlisten bzw. Export von Termbanken unter Verwendung von MultiTerm Convert, Glossary Converter und anderen Tools
  • Eingabemodelle und Filter
  • und vieles mehr

Die verschiedenen Themen wurden von Frau Dockhorn dabei sehr gut aufbereitet und vermittelt. Es blieb keine Frage offen, obwohl der Wissensstand der Teilnehmer teils sehr unterschiedlich war.

Mein persönlicher Aha-Moment
Für die meisten Leser ist das sicher ein alter Hut, für mich war das jahrelang ein Ärgernis. Endlich habe ich eine beglückend simple Lösung für eines meiner Probleme. Darum geht es: Beim Arbeiten in SDL Trados Studio 2017 und eingebundener Termbank wird im Fenster „Terminologieerkennung“ standardmäßig nur der Name der Termbank angezeigt, aus der der Term stammt. Und das auch nur, wenn mehrere Termbanken geöffnet sind. Andere in der Termbank enthaltene Felder, wie etwa zum Status („verboten“, „bevorzugt“ o. Ä.) werden nicht angezeigt, sodass ich immer mühselige Umwege gehen musste. Dabei ist es ein Kinderspiel, sich diese Angaben anzeigen zu lassen. Wenn man weiß, wie es geht: Einfach im oben genannten Fenster auf das Symbol „Trefferlisteneinstellungen“ (bei mir das zweite von rechts) klicken. Daraufhin öffnet sich ein Dialog, in dem sämtliche Einstellungen in Hinblick auf die Darstellung der Termbanktreffer vorgenommen werden können. Auch die anzuzeigenden Felder können festgelegt werden (über die Schaltfläche, „Felder auswählen…“). Sie müssten mal meinen zufriedenen Gesichtsausdruck sehen, wenn ich diese Funktion jetzt verwende.

Toller Service
Ich war sehr zufrieden mit dem Seminar, da es genau meinen Erwartungen entsprach und ich etwas für die Praxis mitnehmen konnte. Neben dem sehr ausführlichen und aufwendig ausgeführten Skript, das jeder Teilnehmer von Frau Dockhorn erhielt, muss vor allem die hervorragende, individuelle Betreuung durch Frau Dockhorn und ihren Mann, der die Organisation des Seminars übernahm, betont werden. Die beiden haben keine Mühen gescheut, ihr Wissen sachgerecht und gut verständlich zu vermitteln.

Jedem, der MultiTerm besser kennenlernen möchte oder sich bei der einen oder anderen Funktion noch nicht ganz sicher ist, sei dieses Seminar wärmstens empfohlen.

Übersetzer-Networking auf der Ruhr

Wer nicht gerade in einer Bürogemeinschaft arbeitet oder einen Platz in einem Coworking Space gemietet hat, verbringt als freiberuflicher Übersetzer den Großteil der Arbeitszeit ohne direkten Kontakt zu anderen Übersetzern. Fehlt einem der private und berufliche Austausch mit anderen Übersetzerinnen und Übersetzern? Ja. Definitiv. Muss das so bleiben. Nein.

Zwischendurch ist Abwechslung nötig. Die kann man sich bei Übersetzerstammtischen oder Fortbildungen holen. Oder auch bei ungezwungenen Networking-Veranstaltungen. Warum nicht eine Kanu-Tour auf der Ruhr – mit Übersetzern, Dolmetschern und anderen Vertretern aus der Übersetzungsbranche? Am 16. Juni 2018 war es soweit. Es sollte endlich aufs Wasser gehen. Mit dabei waren:

  • Anne Schmidtchen, ermächtigte Übersetzerin für Englisch, Spanisch und Deutsch,
  • Kristina Yakovleva, vereidigte Dolmetscherin und ermächtigte Übersetzerin für Russisch, Englisch und Deutsch,
  • Roya Bouchehrian, ermächtigte Übersetzerin für Englisch, Spanisch und Deutsch,
  • Dorothe Elsenbruch, Localization Supervisor bei einem US-Unternehmen mit Sitz in Ratingen,
  • Michael Maslon, Inhaber einer Essener Übersetzungsagentur

… und natürlich ich selbst. Ich kenne alle Teilnehmer persönlich. Untereinander kannten sie sich jedoch nur teilweise, sodass sich hier eine interessante Möglichkeit bot, andere Übersetzer und Dolmetscher kennenzulernen, sich auszutauschen und neue Ideen und Eindrücke zu sammeln.

Auf der Ruhr: Florian Tejera, Dorothe Elsenbruch und Anne Schmidtchen (hinten), Roya Bouchehrian und Kristina Yakovleva (vorne); Bild: Michael MaslonGut vorbereitet mit Wechselwäsche, wasserfesten Hüllen für das Handy, Brillenkordeln und Sonnencreme ging es nach Hattingen. Nach einer Einweisung zur Paddeltechnik und zur Route bekamen wir passende Schwimmwesten, Paddel und eine wasserdichte Tonne. Wir hatten zwei Kanadier für je 3 Personen zur Verfügung. Nach einer kurzen Stärkung für zwei „ungefrühstückte“ Teilnehmerinnen, denen ich meine knusprige Laugenstange spendete, ging es ans Einsteigen. Schon hier war echtes Teamwork nötig. Zwei hielten das Kanu fest, während der bzw. die Dritte einstiegen. Möglichst so, dass man nicht direkt zur anderen Seite hin einen Hechtsprung in den Fluss macht. Sobald die erste Person eingestiegen war, hielt diese das Boot ebenfalls am Ufer fest, sodass die zweite Person einsteigen konnte, usw.

Bis zum ersten Wehr hatten wir 1 km lang Zeit (bzw. dank Kurven- und Zickzack-Fahrt etwas länger), uns etwas an die Kanus zu gewöhnen. Nach einer Weile ging es ganz gut, sodass wir schnell vorankamen. Die Bootsgasse am ersten Wehr war mit 80 Metern Länge und mehreren größeren Wellen recht eindrucksvoll. Nach kurzer Abstimmung gelangten wir zu der Auffassung, dass wir uns das lieber für das nächste Mal aufsparen. So wurden die Boote getreidelt, das heißt an einem Tau über eine eigene Gasse am Wehr vorbeigeführt. Ob wir gekniffen haben? Ja, ich gebe es ja zu.

Immer voran: Florian Tejera, Dorothe Elsenbruch und Anne Schmidtchen; Bild: Michael MaslonFür uns ging es trocken weiter den Fluss hinunter, vorbei an Enten, Gänsen, Blässhühnern und Tauchern mitsamt Nachwuchs, Froschkonzerten und umherschwirrenden Libellen. Selbst eine Kuh hatte sich zur Abkühlung mehrere Meter weit in die Ruhr gestellt.

Am zweiten Wehr stand ein Landgang an, um den Hunger und Durst zu stillen. Neben aufschlussreichen Gesprächen über Designer-Handtaschen ging es auch um die Zukunft des Übersetzerberufs vor dem Hintergrund maschineller Übersetzung und andere berufliche Themen. Schlechte Laune kam dabei zum Glück nicht auf.

Mit vollem Bauch und einem ungewollten Beinahe-Bad in der Ruhr machten wir uns zur letzten Etappe auf, die in Essen-Horst enden sollte. Der Fluss wurde leerer, sodass man noch mehr Stille genießen konnte. Auch der angenehme Wind tat sein Übriges, sodass die Tour einen schönen Ausklang fand.

Es war ein sehr schöner Tag, mit interessanten Unterhaltungen, der allen Beteiligten gefallen hat. Wir alle haben uns besser kennen gelernt und werden auch in Zukunft in engem Kontakt bleiben. Vielleicht geht es beim nächsten Mal in einen Hochseilgarten. Oder gibt es andere Ideen? Immer her damit.

[Bilder: Michael Maslon]

Freiberufliche Übersetzer und Übersetzungsagenturen – Umfrageergebnisse Teil 2 – Übersetzerumfrage

Nachdem ich Ihnen vor einer Weile die Ergebnisse der Agenturumfrage vorgestellt habe, kommen nun die Übersetzer selbst zu Wort. Wie erleben freiberufliche Übersetzer das Geschäftsverhältnis zu Übersetzungsagenturen? Ist es eine Beziehung auf Augenhöhe? Wo liegen die Probleme?

Auch dieses Mal wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen. Klicken Sie einfach auf den folgenden Titel:

Gute Agentur, böse Agentur
Umfrage „Verhältnis zwischen freiberuflichen Übersetzern und Übersetzungsagenturen – Übersetzerumfrage”

Dieser Artikel ist in der aktuellen Ausgabe (Nr. 55, März 2018) des infoNRW, der Mitgliederzeitschrift des BDÜ-Landesverbands NRW, erschienen, der noch weitere interessante Artikel bereithält, so etwa zu den Themen Gerichtsdolmetschen und dem Übersetzungsfachgebiet Kunstgeschichte.

Vielen Dank nochmals an alle Teilnehmer der Umfrage.

Freiberufliche Übersetzer und Übersetzungsagenturen – Umfrageergebnisse Teil 1

Wenn Sie ein Gedächtnis wie ein Elefant haben, werden Sie sich erinnern. Ende 2016 habe ich eine Umfrage zum Verhältnis zwischen freiberuflichen Übersetzern und Übersetzungsagenturen durchgeführt. Eigentlich waren es sogar zwei Umfragen, je eine für die beiden Perspektiven. Ich wollte damit genauer herausfinden, warum Übersetzungsagenturen bei vielen Übersetzern einen so schlechten Ruf haben und andererseits auch der Frage nachgehen, warum Agenturen oft Probleme mit freiberuflichen Übersetzern haben (was ich aus eigener leidvoller Erfahrung als Projektmanager bestätigen kann).

Nun, nach monatelangem Grübeln (und jeder Menge “echter” Arbeit mit einer Flut von Übersetzungsprojekten), ist endlich der erste Teil der Umfrage ausgewertet und in Form gebracht. Wenn Sie wissen möchten, wie Agenturen ihr Verhältnis zu uns Übersetzern sehen, dann wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen des folgenden Artikels (einfach auf den Titel klicken):

SCHWARZE SCHAFE? BEI UNS DOCH NICHT
Umfrage „Verhältnis zwischen freiberuflichen Übersetzern und Übersetzungsagenturen – Agenturumfrage“

Mein Artikel ist in der aktuellen Ausgabe (Nr. 54, Oktober 2017) der BDÜ-Zeitschrift infoNRW erschienen, der noch weitere interessante Artikel bereithält, so etwa zum Thema Gewerblichkeit der Übersetzung, automatisierte Übersetzungsauftragsprozesse usw. Die Lektüre lohnt sich.

Vielen Dank nochmals an alle Teilnehmer der beiden Umfragen. Die Auswertung des zweiten Teils der Umfrage folgt in der nächsten Ausgabe von infoNRW. Für diejenigen unter Ihnen, die diese Zeitschrift nicht erhalten, werde ich den entsprechenden Artikel wieder an dieser Stelle bereitstellen.

Die tekom ruft und alle sind dabei

Messe-Besuch tekom in Stuttgart

Besuch der tekom-Messe im Oktober 2017

Auch in diesem Jahr hatte ich mir vorgenommen, zur Messe der Gesellschaft für Technische Kommunikation (tekom) nach Stuttgart zu fahren. Sie findet jedes Jahr zusammen mit der tekom-Jahrestagung im Herbst in Stuttgart statt. In diesem Jahr habe ich es endlich geschafft und bin tatsächlich am 24. Oktober dort gewesen. Beim ersten Mal wollte ich es nicht übertreiben und habe daher auf die Jahrestagung und die Vorträge verzichtet und mich nur der Messe gewidmet. Aber auch das war für einen Tag schon mehr als genug, da man hier nicht nur Neuigkeiten erfahren oder sich mit Kunden oder Kollegen zum Gespräch bei einem Kaffee verabreden kann. Man trifft auch ganz unerwartet alte Freunde und Bekannte wieder.

Ich hatte mich bereits im Vorfeld mit drei meiner Kunden verabredet, die man aufgrund der Entfernung ansonsten nicht so oft zu Gesicht bekommt. Einer der Kunden war selbst Aussteller, sodass ich dort gleich mehrere bekannte Namen nun auch den Gesichtern zuordnen konnte. Alle Gespräche waren sehr angenehm und interessant und man konnte bei Kaffee oder dem Mittagessen über Geschäftliches, Privates und auch sonst alles sprechen. Wenn einem dann noch ehemalige Kommilitoninnen über den Weg laufen, die man seit 12 Jahren nicht mehr gesehen hat, setzt das dem Ganzen das i-Tüpfelchen (oder die Sahnehaube, wenn man gerade beim Kaffee ist) auf. Ob die zwei Tassen Kaffee, die ich getrunken habe, tatsächlich koffeinfrei waren, weiß ich nicht so genau. Vielleicht lag es auch einfach an dem großartigen Tag und den netten Menschen, dass ich am Abend ganz beschwingt nach Hause gefahren bin.

Im nächsten Jahr werde ich mit Sicherheit wieder vor Ort sein. Vielen Dank an dieser Stelle an all meine netten Gesprächspartner am Dienstag. Ihr habt mir einen wunderschönen Tag bereitet!

Schöne Grüße
Florian

Vier Seminare, die ich empfehlen kann

Es gibt viele Dinge, die ich nicht weiß. Beim Wetter von nächster Woche oder den Lottozahlen wird das wohl auch so bleiben (gerade im zweiten Fall würde ich wahrscheinlich hier nicht mehr schreiben). Was jedoch meinen Beruf und meine Fachgebiete angeht, so lassen sich Wissenslücken gut füllen. Das geeignete Werkzeug dafür heißt, Sie ahnen es, „Fortbildung“.

Fortbildung ist ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung. Als Übersetzer muss ich wissen, was ich übersetze, da ich nur so den Inhalt des Textes adäquat ins Deutsche übertragen kann. Wenn dieses Wissen fehlt oder unzureichend ist, sieht man das der Übersetzung in der Regel an. Sie wird zwangsläufig wörtlicher sein, näher am Ausgangstext bleiben oder im schlechtesten Fall einfach missverständlich oder falsch sein.

In der letzten Zeit habe ich in diesem Zusammenhang unter anderem auch einige Seminare besucht (neben Webinaren, Fachliteratur usw.). Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, jedes einzelne kurz nach dem jeweiligen Datum an dieser Stelle vorzustellen, bin aber in den Wirren des Alltags meist nicht dazu gekommen. Daher möchte ich hier kurz einen Abriss zu einigen der letzten von mir besuchten Veranstaltungen geben. Die hier genannten Seminare dürfen auch gerne als Empfehlungen angesehen werden, da ich mit diesen vollauf zufrieden war. Wenn sie also nochmal angeboten werden, dann nur zu! (Zu den hier vorgestellten Seminaren siehe vor allem http://seminare.bdue.de/)

Medizinisches Fachwissen: Bewegungsapparat

Wann: März 2016
Referent/-in: Dr. Julia Langer
Umfang: 8 UE

In diesem Seminar ging es stark verkürzt darum, was dazu nötig ist, dass sich unser Körper bewegen kann. Wie sind Bindegewebe, Knochen und Knorpel, Gelenke, Muskeln und das Skelett als Ganzes aufgebaut, wie interagieren sie, welche Probleme kann es geben? Insbesondere letzteres, also Erkrankungen des Bewegungsapparats, wurde abschließend in kleinen Arbeitsgruppen erarbeitet und den Teilnehmern vorgestellt. Sehr lehrreich, sehr unterhaltsam und für meine (leider nicht mehr so häufigen) Übersetzungen im Bereich Medizintechnik sehr hilfreich. Auch das ein oder andere, zum Glück meist nicht so schwerwiegende private Wehwehchen der Teilnehmer konnte besprochen werden.

Technische Übersetzungen mit Schwerpunkt Elektrotechnik für Englisch Teil 1 und 2

Wann: Juli 2016
Referent/-in: David Burkhardt
Umfang: 16 UE

Um dieses Thema mache ich für gewöhnlich einen Bogen: Elektrotechnik. Ich bin ein Mensch, der sich die Dinge, zu denen er Texte übersetzt, plastisch vorstellen muss, was bei Strom, Spannung, Widerstand, Leistung, Frequenz usw. zwangsläufig etwas schwierig ist. Umso mehr ein Grund, der Sache auf den Grund zu gehen. David Burkhardt hat es sehr gut verstanden, den für mich recht abstrakten Begriffen Leben einzuhauchen und selbst mir verständlich zu machen, welche Aufgaben Transistoren, Widerstände, Spulen, Logikgatter und andere Bauelemente in Schaltkreisen haben. Komplex, aber sehr spannend. Durch das Seminar ist Elektrotechnik zwar nicht zu meinen Lieblingsthemen geworden, aber sie ist auch nicht mehr mein Erzfeind.

Textiltechnik – Herstellung von textilen Materialien – Technische Textilien

Wann: November 2016
Referent/-in: Ilona Futó
Umfang: 8 UE

Ein ganz anderes Thema. Textile Materialien … da denkt man zunächst natürlich an Kleidung. Aber man findet sie auch in der Medizin, im Bauwesen (textile Bewehrungen für Beton) und in ziemlich allen Bereichen des täglichen und nicht ganz so alltäglichen Lebens. Was ist ein Garn, was eine Gewebe, Gestricke, Filz, Vlies usw. und was ist jeweils der entscheidende Unterschied? Wie werden solche Textilien hergestellt? Was ist Textilveredelung bzw. Ausrüstung? Man müsste eigentlich meinen, dass man sich mit etwas gut auskennt, das man jeden Tag auf der Haut spürt. So kann man sich täuschen. Besonders praktisch: Ich habe eine Kollegin kennengelernt, die in einem Forschungsinstitut für textile Bodenbeläge arbeitet. Da ich für einen Kunden aus der Teppichbranche arbeite, konnte sie mir prompt eine Woche später bei einer Frage helfen. So muss Networking sein! Ich schulde ihr jetzt allerdings diverse Kaffees.

Houston, was soll ich mit dieser Datei? Dateiformate in SDL Trados Studio

Wann: März 2017
Referent/-in: Jerzy Czopik
Umfang: 8 UE

In diesem Seminar brachte uns Jerzy Czopik (alias „Dr. Studio“) in kompakter, sehr gut verständlicher Form bei, wie man mit regulären Ausdrücken (regular expressions, Regex) Dateien verschiedener Formate (Word, Textformate, XML usw.) so vorbereiten kann, dass sich die zu übersetzenden Passagen, und zwar nur diese, bequem in SDL Trados Studio bearbeiten lassen. Das Seminar war ein echter Volltreffer, wie ich nur wenige Tage später in der Praxis feststellen konnte (siehe Blog-Beitrag „Erstellen einer Dateitypdefinition für PHP-Dateien“).

Erstellen einer Dateitypdefinition für PHP-Dateien

Vor einigen Tagen benötigte ein Kunde die Übersetzung von mehreren Hundert PHP-Dateien. Dieses Dateiformat wird vor allem für Websites, Online-Hilfen und ähnliche Texte verwendet. Für gewöhnlich besteht eine PHP-Datei aus sehr viel Code, wovon nur bestimmte Bereiche zu übersetzen sind. Aufgrund der großen Zahl an Dateien und der Gefahr, Code zu „zerstören“, sollte eine solche Arbeit nur in einer geschützten Umgebung, wie etwa einem modernen CAT-Tool erfolgen. Ich verwende SDL Trados Studio 2017.

Das Problem

In vielen CAT-Tools lassen sich PHP-Dateien nicht immer ohne weiteres einlesen, da der Aufbau sehr unterschiedlich sein kann. Kurz: Man muss dem Programm zunächst sagen, welche Bereiche zu übersetzen sind und welche nicht.

Die Lösung

Es musste eine eigene Dateitypdefinition geschrieben werden. In diesem Fall genügte zum Glück eine sehr einfache. Hier ein kleiner Auszug aus einer der Dateien:

$string['informationtext'] = 'Info text';
$string['pluginname'] = 'Explanation';
$string['pluginname_help'] = 'An explanation is not really a question type. It simply enables text to be displayed without requiring any answers, similar to a label on the course page.
The question text is displayed both during the attempt and on the review page. Any general feedback is displayed on the review page only.';

Zu übersetzen waren die mit $string eingeleiteten Texte zwischen den einfachen Anführungszeichen nach dem Gleichzeichen, also in unserem Auszug „Info text“, „Explanation“ sowie der komplette Text von „An explanation is…“ bis „review page only.“.

Um die neue Dateitypdefinition zu erstellen, muss in SDL Trados Studio 2017 über Datei > Optionen > Dateitypen das Dateitypenfenster aufgerufen werden. Hier auf „Neu…“ klicken. Es erscheint folgendes Fenster:

Erstellen einer Dateitypdefinition Abbildung 1

Hier kann je nach zu übersetzender Datei die passende Grundlage gewählt werden. Da es sich hier um eine PHP-Datei handelt, ist die Auswahl „Delimitierte Textdatei mit auf regulären Ausdrücken basierenden Begrenzern“ die richtige für uns. Zumindest habe ich diese gewählt, was sehr gut geklappt hat. Dann auf OK klicken.

Im nun erscheinenden Fenster, siehe unten, müssen im Feld „Dateityp-Name“ (so wird der Dateityp in der Dateitypliste angezeigt) und „Dateityp-Kennung“ (so wird der Name vom Programm bei der Erkennung von Dateien angezeigt) entsprechende Angaben gemacht werden.

Erstellen einer Dateitypdefinition Abbildung 2

WICHTIG: Auf keinen Fall darf vergessen werden, bei „Dateinamenerweiterungen (Wildcards)“ unsere Dateierweiterung, hier *.php, anzugeben, da SDL Trados Studio 2017 ansonsten unsere Dateien später nicht erkennt bzw. versucht, diese mit einem anderen Dateityp zu öffnen. Dann auf „Fertig stellen“ klicken.

Nun erscheint der eben erstellte Dateityp in der Dateitypliste und kann in der linken Baumstruktur ausgewählt werden. So weit so gut. Allerdings haben wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts definiert. Der Dateityp ist im Prinzip noch leer. Wir gehen in dem Fenster zu unserem Dateityp und klicken diesen an. Es öffnet sich ein kleiner Verzeichnisbaum. Hier wählen wir „Dokumentstruktur“. In dem rechts erscheinenden Fenster müssen die „öffnenden“ und die „schließenden“ Muster angegeben werden. Das Programm möchte also wissen, wo der zu übersetzende Text anfängt und wo dieser aufhört. Unser öffnendes Muster besteht immer aus $string, einem variablen Text in einer eckigen Klammer, einem Leerzeichen, einem Gleichzeichen, wieder einem Leerzeichen und einem einfachen Anführungszeichen:

$string[‘informationtext’] = ‘
$string[‘pluginname’] = ‘
$string[‘pluginname_help’] = ‘
usw.

Wir müssen dem Programm somit beibringen, alles zwischen $ und dem dritten ‘ als öffnendes Muster zu erkennen. Beim schließenden Muster haben wir mehr Glück. Dieses besteht immer aus „’;“. Um das öffnende Muster entsprechend zu definieren, sind zwingend reguläre Ausdrücke (engl. regular expressions, kurz Regex) erforderlich. Ich habe mich in diesem Fall für folgende Lösung entschieden:

\$.*?\].*?’

Erklärung

Der Anfang unseres „öffnenden Musters“ ist durch $ markiert. Dieses Zeichen ist jedoch selbst bereits mit einer Funktion belegt. So bezeichnet es ein Zeilen- oder String-Ende. Damit es als genau das Zeichen, also ohne Funktion, erkannt wird, ist der Backslash nötig, daher „\$“.

Danach folgt bei uns stets „string“ und eine eckige klammer. Ein „.“ Ist ein beliebiges Zeichen, ein „*“ zeigt an, dass dieses beliebige Zeichen null oder öfter vorkommen kann. Da „öfter“ hier auch im Prinzip unendlich oft bedeuten kann, würden wir, wenn wir es dabei belassen würden, bis ans Ende der Datei gelangen. Da wir das nicht wollen, sagen wir dem Programm, dass es nur so lange beliebige Zeichen einbeziehen soll, bis ein bestimmtes Zeichen kommt. Hierzu verwenden wir ein „?“. Das gewünschte Zeichen, bis zu dem gesucht werden soll, ist die schließende eckige Klammer. Da auch diese eine Funktion hat, benötigen wir auch hier den Backslash. Somit sind wir jetzt bei „\$.*?\]“. Gleich haben wir es geschafft.

Es fehlen jetzt nur noch ein Leerzeichen, ein Gleichzeichen, noch ein Leerzeichen und ein einzelnes Anführungszeichen. Hierzu wenden wir die bereits bekannte Methode mit den beliebigen Zeichen an, die einbezogen werden sollen, bis ein bestimmtes Zeichen, hier das einfache Anführungszeichen, zum ersten Mal auftritt. Das ergibt: „.*?’“. Falls sich jemand fragt, warum wir nicht von Anfang an \$.*?\’ geschrieben haben: Das einfache Anführungszeichen kommt bis zum Text, der übersetzt werden soll, ganze dreimal vor. Mit \$.*?\’ würden wir genau zum ersten Anführungszeichen kommen. Es geht also leider nicht so einfach.

Zu beachten ist noch eine Besonderheit. Die Dateien enthalten mehrzeilige Bereiche. So auch in unseren obigen Textausschnitt, der mit $string[‘pluginname_help’] eingeleitet wird. Wer sich diese Datei zum Beispiel in Notepad++ ansieht, wird feststellen, dass die Zeilen durch CR LF, also einen Wagenrücklauf und Zeilenvorschub getrennt sind. Dies erkennt unser Programm noch nicht. Damit das klappt, muss nur noch ein kleines Häkchen bei dem Kontrollkästchen „Mehrzeilig“ gesetzt werden, siehe folgende Abbildung.

Erstellen einer Dateitypdefinition Abbildung 3

In unserem Fall fehlen jetzt nur noch einige Feinarbeiten, wie die Bestimmung von Inline-Tags, damit auch Variablen oder andere eingebettete Tags in der Übersetzungsumgebung geschützt dargestellt werden.

Noch ein Hinweis: Damit SDL Trados Studio 2017 beim Einlesen der Dateien auch wirklich den neuen Dateityp nimmt, muss dieser in der Dateitypenliste VOR (d. h. oberhalb) allen anderen Dateitypen stehen, die *.php-Dateien verarbeiten können.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Kundenpflege auf die angenehme Art

Kundenpflege kann sehr vielfältig sein. Manche schreiben Weihnachtskarten oder schicken Geschenke, andere führen regelmäßige Gespräche zur Verbesserung der Zusammenarbeit. Das kann bis hin zu gemeinsamen Team-Building-Veranstaltungen gehen. Ich habe all diese Dinge schon gemacht, eine meiner Lieblingsvarianten bleibt jedoch ein einfacher persönlicher Besuch. Leider komme ich nicht allzu oft dazu. Da es in der letzten Woche mal wieder geklappt hat, freue ich mich besonders, kurz darüber zu berichten.

Ich habe die Düsseldorfer Niederlassung der 2W Technische Informations GmbH bzw. des Sprachmarkts besucht. Die Firma hat ihren Hauptsitz in München, jedoch eine kleine Niederlassung in Düsseldorf. Ich arbeite seit mehreren Jahren regelmäßig für die 2W GmbH. Neben Übersetzungen erbringe ich auch sehr viele Korrektorats- und Lektoratsleistungen für diesen Kunden, das heißt, ich korrigiere und prüfe direkt auf Deutsch verfasste Broschüren, Kataloge und sonstige Texte (keine Übersetzungen) auf korrekte Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Konsistenz. Je nach Kundenwunsch kommt auch eine stilistische Prüfung hinzu.

Das persönliche Verhältnis zu meinen Ansprechpartnern in der Firma ist sehr angenehm, sodass man sich wie ein weiteres Mitglied des Teams fühlt. Das nützt beiden, da ich einerseits gerne einige Schritte für diesen Kunden weiter gehe als unbedingt erforderlich und andererseits auch mehr Verständnis von Kundenseite erlebe. Zudem macht es den Arbeitsalltag sehr viel heller und angenehmer. Dazu tragen nicht zuletzt auch meine beiden Ansprechpartnerinnen in Düsseldorf bei, die auf die wohlklingenden Nachnamen Goldenstein und Engelland hören. Herzlichen Dank an die beiden für ihre tolle Gastfreundschaft und die netten Stunden bei Kaffee und süßen Teilchen.

Kundenbesuch bei der 2W GmbH

v.l.n.r. Katrin Goldenstein, Florian Tejera, Katja Engelland

Neue Funktionen in SDL Trados Studio 2017

Die neue Version des CAT-Tools SDL Trados Studio steht vor der Tür. Die voraussichtlich in den nächsten Wochen verfügbare Software wird neben den bewährten Funktionen auch viele neue Funktionen bzw. Funktionsverbesserungen bringen. Hier ein kurzer Ausblick auf nur einige dieser Neuerungen:

Zusammenführen von Segmenten, die durch Absatzmarken getrennt sind

Wenn Sätze oder andere Sinneinheiten durch Interpunktion oder Formatierung in mehrere Segmente aufgeteilt sind, ergeben sich Segmentpaare, die so nicht mehr wiederverwendet werden können und die Qualität des Translation Memorys beeinträchtigen. Bisher war es lediglich möglich, Segmente zusammenzuführen, die durch falsche Interpunktion, Softbreaks usw. getrennt waren. Befanden sich Absatzmarken zwischen den Teilen, war nichts zu machen.
Die 2017er-Version von SDL Trados Studio schafft hier Abhilfe. Nun ist auch das Zusammenführen von Segmenten über Absatzmarken hinweg möglich. Selbst Umbrüche stellen kein Hindernis dar. Erforderlich ist lediglich, dass die Funktion zum Ändern des Ausgangstexts aktiviert ist.

Erweiterter Anzeigefilter und Suchfunktionen

Bislang konnten über den Anzeigefilter Inhalte immer nur entweder in der Ausgangssprache oder in der Zielsprache gefiltert werden. Im neuen Studio lassen sich Begriffe nun gleichzeitig in beiden Sprachen suchen und selbst Tags sind durchsuchbar. Neuerdings lassen sich neben Inhalte auch Formatierungen filtern, sodass beispielsweise nur alle Überschriften, Auflistungen usw. angezeigt werden können.

Fragment-Matches

Neben den Segmentvorschlägen aus dem Translation Memory, der Anzeige der Einträge aus der Multiterm-Datenbank und der automatischen AutoSuggest-Funktion stehen mit SDL Trados Studio 2017 nun auch Fragment-Matches zur Verfügung. Dabei ergänzt das Programm selbsttätig bereits übersetzte Teilsätze, Nebensätze und ähnliches.

Fuzzy-Reparatur

Mit einer neuen Funktion können nun Fuzzy-Matches durch andere Übersetzungsquellen, wie etwa die Multiterm-Datenbank, „repariert“ werden, d. h. Satzteile werden im Übersetzungsvorschlag automatisch ergänzt bzw. Termini selbsttätig ersetzt. Dadurch können aus durchschnittlichen Match-Werten oftmals nahezu einwandfreie Segmentübersetzungen generiert werden.

Für meinen Teil bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf das neue SDL Trados Studio 2017 und freue mich bereits darauf, alle neuen Funktionen und Verbesserungen selbst ausprobieren zu können.

Runde Übersetzungen

Liest sich die Übersetzung, die Sie auf dem Tisch haben, mal wieder grausig? Wünschen Sie sich etwas eingängigere und flottere Formulierungen? Das kenne ich. Aber vielleicht habe ich da einen interessanten Tipp für Sie.

Sarah Thonnet, Übersetzerin für Marketing, Tourismus und Medizin

Sarah Thonnet

Vor einiger Zeit habe ich Sarah Thonnet, eine junge und talentierte Kollegin, kennengelernt. Sie lebt auf den Kanaren und übersetzt spanisch- und englischsprachige Texte vornehmlich aus den Bereichen Gesundheit, Tourismus, Marketing und Wirtschaft ins Deutsche, bei denen es nicht nur auf eine korrekte Übersetzung, sondern vor allem auch auf hervorragende Lesbarkeit und einen guten Klang ankommt. Ich habe bereits einige Übersetzungen von ihr gelesen und war von der Leichtigkeit ihrer Sprache und dem angenehmen Rhythmus sehr angetan.

Vielleicht erinnern Sie sich ja bei Ihrem nächsten Projekt, das zur Veröffentlichung bestimmt ist, an diesen Tipp. Sie erreichen Frau Thonnet wie folgt:

mail@sarah-thonnet.com
0034 / 696 80 92 57
Skype: sarah.thonnet

www.sarah-thonnet.com
www.linkedin.com/in/sarahthonnet