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Felder anlegen in SDL Trados Studio 2015

Wer nach einiger Zeit immer noch wissen möchte, woher eine bestimmte Übersetzungseinheit in einer Translation-Memory-Datenbank (TM) kommt, muss zum Zeitpunkt der Speicherung der Übersetzungseinheit Felder verwendet haben. Dies kann zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn ein TM für mehrere Kunden der gleichen Branche verwendet wird, diese jedoch eine teilweise abweichende Terminologie nutzen. Ein Feld mit der Kundenbezeichnung schafft hier Abhilfe. Ein anderer Fall wäre, dass ein Projekt bearbeitet werden soll, wobei dessen Vorgängerprojekt als Referenz dient. Wenn man ein Feld mit dem Projektnamen angelegt hatte, wäre das hier äußerst hilfreich (sofern keine Perfect-Match-Vorbereitung möglich ist).

Felder können bereits beim Erstellen eines TMs angelegt werden. So erscheint im Assistenten “Neues Translation Memory” irgendwann folgendes Fenster:

Screenshot Felder anlegen beim Erstellen des TMs in SDL Trados Studio 2015

Hier kann man über die Schaltfläche “Hinzu” ein neues Feld hinzufügen. Man trägt zunächst einen Namen ein, der für einen selbst verständlich ist (um das Feld später wiederzuerkennen), dann einen Typ (Zahl, Text, Liste usw.) und je nach ausgewähltem Typ noch weitere Einstellungen. Möchte man zum Beispiel Kunden unterscheiden, weil man mit einem TM mehrere Kunden bearbeitet, dann trägt man unter “Name” beispielsweise “Kunde” ein, wählt beim Typ “Liste” aus und trägt dann bei “Pickliste” die möglichen Kunden ein. Als Typ könnte hier auch “Text” gewählt werden. Eine Auswahl unter “Pickliste” würde dann entfallen und man könnte später den Kundennamen frei wählen. Der Typ “Text” wäre auch für die Nachverfolgung des Projektnamens geeignet.

Auch nachträglich, das heißt wenn ein TM bereits angelegt wurde, können Felder angelegt werden. Zu beachten ist, dass dies allerdings nicht rückwirkend für bereits im TM enthaltene Übersetzungseinheiten gilt, sondern nur für nach diesem Zeitpunkt in das TM aufgenommene Einheiten. Hierfür muss folgender Pfad aufgerufen werden: “Projekteinstellungen – Sprachpaare – Alle Sprachpaare bzw. [jeweiliges Sprachpaar] – Translation Memorys und automatisierte Übersetzung”. Dort wählt man das jeweilige TM aus und klickt auf “Einstellungen…” und dann auf der linken Seite auf “Felder und Einstellungen”.

Screenshot Felder anlegen in TM-Einstellungen in SDL Trados Studio 2015

Hier geht man dann wie oben beschrieben vor. Achtung: Alle diese Einstellungen sind sinnlos, wenn man dem TM nicht sagt, mit welchen Feldinhalten die neu gespeicherten oder aktualisierten Übersetzungseinheiten versehen werden sollen. So weiß das TM zum Beispiel von sich aus nicht, von welchem der von Ihnen angelegten Kunden das jeweilige Projekt kommt. Gehen Sie hierzu auf “Projekteinstellungen – Sprachpaare – Alle Sprachpaare bzw. [jeweiliges Sprachpaar] – Translation Memorys und automatisierte Übersetzung – Aktualisieren”. Wählen Sie hier nur aus, was genau in das jeweilige Feld der Übersetzungseinheiten eingetragen werden soll.

Screenshot Aktualisierungseinstellungen Felder in SDL Trados Studio 2015

Wer es lieber kurz und schmerzlos will, kann es aber auch mit der App Record Source TU aus dem SDL Appstore versuchen. Nach der Installation der App steht bei der Auswahl des TMs neben “Dateibasiertes Translation Memory…”, “Serverbasiertes Translation Memory…” und den anderen Optionen nun auch “Record Source TU …” zur Verfügung. Wählt man diese Option aus, erscheint ein weiteres Auswahlfenster, in dem man nun das gewünschte TM auswählt. Daraufhin erscheint folgendes Fenster:

Screenshot der App Record Source TU

Hier kann man nun einfach eine oder mehrere der drei Optionen auswählen. So könnte unter “Record source project name” im unteren Feld nicht nur ein Projektname, sondern stattdessen auch der Kundenname oder eine sonstige Angabe eingetragen werden. Was hier jeweils sinnig und für die jeweilige Situation passend ist, muss individuell entschieden werden.

Was tun mit vertraulichen Unterlagen

Als Übersetzer arbeitet man mit vielen Arten von Dokumenten und Unterlagen: Geschäftskorrespondenz, technische Dokumentation, Präsentationen, Verträge, Urkunden usw. Die meisten sind vertraulich oder enthalten sogar personenbezogene Daten. Wenn ich solche Dokumente in digitaler Form erhalte, sorge ich am Computer mithilfe von Passwörtern, Verschlüsselung, Antivirenprogrammen usw. für Sicherheit. Was aber, wenn man Unterlagen auf Papier ausdrucken muss, zum Beispiel um eine Übersetzung oder das Layout eines Dokuments zu prüfen, oder die Unterlagen bereits vom Kunden in Papier- oder CD-Form erhält? Auch hier ist Datenschutz oberste Übersetzerpflicht. Einfach in den Papierkorb sollten diese Daten nicht wandern. Vor dem inneren Auge sehen Sie sicher schon die Wirtschaftsspione, die kopfüber in den Müllcontainern von Übersetzern hängen. Auch das Stapeln bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ist keine Lösung, da sich so die Gefahr nur noch vergrößert.

Wenn die Unterlagen nicht mehr gebraucht, aber auch nicht an den Kunden zurückgesandt werden sollen, müssen sie anderweitig verschwinden, und zwar endgültig und gründlich. Da ich nicht so gerne Lagerfeuer in meinem Garten entfache und auch keinen Kamin habe, sieht meine Lösung folgendermaßen aus:

Schnittergebnis des Aktenvernichters

Ich verwende einen Hochsicherheits-Aktenvernichter mit Partikelschnitt und Sicherheitsstufe P-5, der nicht nur Papier, sondern auch CDs frisst. Von den Unterlagen bleiben nur noch kleinste Schnipsel übrig.

Wie handhaben Sie vertrauliche Unterlagen?

Kundenreferenzen – was dahintersteckt

Siemens, BMW, BASF… Auf den Websites von Übersetzungsdienstleistern begegnet Ihnen oft das Who-is-Who der deutschen und internationalen Wirtschaft, inklusive Logo. Beeindruckend, für wen die alles arbeiten, oder nicht?

Was es heißen soll: Durch die Nennung der Namen anderer großer Unternehmen soll gezeigt werden, dass der jeweilige Dienstleister so groß, kompetent und professionell ist, dass selbst diese renommierten Unternehmen von einer Zusammenarbeit überzeugt werden konnten. Dementsprechend kann der aktuelle Betrachter davon ausgehen, dass der Dienstleister auch die von ihm benötigte Übersetzung einwandfrei erledigen wird.

Wie die Realität aussieht: Die Nennung von Referenzkunden ist in vielen Branchen gängig. Sie kann dabei helfen, das eigene Profil nach außen zu schärfen und sich von Wettbewerbern abzugrenzen. Nicht zuletzt dient sie als Werbemaßnahme. Doch wie viel steckt dahinter. Das hängt maßgeblich von der Art der Referenz ab, d. h. wie diese präsentiert wird. Es sind folgende Referenztypen mit Nennung des Firmennamens zu unterscheiden:

1) Name und Logo: Eine der häufigsten Varianten, da sie recht einfach zu erstellen ist. Für das Zielpublikum hat diese Variante Nachteile. Zum einen ist nicht bekannt, ob der genannte Referenzkunde überhaupt zufrieden war, zum anderen weiß man nicht, was denn tatsächlich für diesen Referenzkunden übersetzt wurde und wie häufig. Es ist ein großer Unterschied, ob man eine 400 Seiten starke technische Dokumentation einer hochtechnischen Anlage übersetzt oder den Liebesbrief des Geschäftsführers an seine Geliebte. Die Aussagekraft dieser Art von Referenz geht also gegen null. Auch für den Übersetzungsdienstleister selbst gibt es bei dieser Methode mehrere Haken: Man benötigt eigentlich die Zustimmung des jeweiligen Kunden, insbesondere für die Nutzung des Logos. Ob die Zustimmung in allen Fällen vorliegt, wage ich zu bezweifeln, sodass im Extremfall ein Schreiben von einem Rechtsanwalt ins Haus flattern könnte. Nicht ganz so schlimm, aber dennoch kontraproduktiv, ist es, wenn der genannte Referenzkunde zufälligerweise der direkte Wettbewerber des Interessenten ist. Dieser wird einen Teufel tun, bei diesem Übersetzungsdienstleister zu übersetzen, Geheimhaltungsversprechen hin oder her.

2) Statement und Name: Eine deutlich bessere Variante, die aber auch deutlich aufwändiger einzurichten ist, sind Statements der Ansprechpartner beim jeweiligen Referenzkunden. Dort schreibt der Kunde selbst in einem oder zwei Sätzen, was der Dienstleister für ihn übernommen hat und dass er mit der Leistung zufrieden waren. Der Haken: Man muss einen Kunden erst einmal dazu bringen, eine solch positive Aussage zu treffen oder eben länger warten, bis sie von selbst kommt. In beiden Fällen muss man dann noch die Erlaubnis des Ansprechpartners einholen, dies auf der Website einzustellen.

Beide Varianten könnten, solange die Geheimhaltungspflicht nicht verletzt wird, durch anonymisierte Beispielprojekte ergänzt werden.

Fazit: Lassen Sie sich von großen Namen nicht zu schnell beeindrucken. Hinterfragen Sie Kundenreferenzen und überlegen Sie, inwiefern diese für Sie überhaupt Relevanz haben.

Das Muttersprachlerprinzip – was dahintersteckt

Auf den Websites von Übersetzungsagenturen oder anderen Übersetzungsdienstleistern liest man oft Schlagworte wie „Muttersprachprinzip“, „Vier-Augen-Lektorat“, „Zertifizierte Qualität“ und und und. Wenn Sie nicht gerade selbst aus der Übersetzungsbranche kommen, werden Sie eventuell nicht immer wissen, was damit genau gemeint ist. Was Ihnen die Anbieter sagen möchten und wie viel Substanz tatsächlich dahintersteckt, möchte ich Ihnen hier und in den folgenden Posts an ein paar Beispielen zeigen.

Muttersprach(ler)prinzip

Was es heißen soll: Die eingesetzten Übersetzer sind Muttersprachler der Zielsprache, d. h. dass ein Text, den Sie auf Englisch benötigen, von einem englischen Muttersprachler bearbeitet wird. Diesem Prinzip liegt die Annahme zugrunde, dass man sich in seiner Muttersprache am besten ausdrücken kann, weshalb auch die Übersetzungsqualität bei einer Übersetzung in die Muttersprache besser ist, als wenn in die Fremdsprache übersetzt wird.

Wie die Realität aussieht: Wenn Sie selbst eine Fremdsprache sprechen, werden Sie wissen, dass Sie sich eventuell nicht ganz so geschliffen ausdrücken können wie in Ihrer Muttersprache, insbesondere dann, wenn Sie sich mit einem Muttersprachler vergleichen. Das Muttersprachprinzip ist also nicht ganz von der Hand zu weisen. Es gibt allerdings einige Punkte, die beachtet werden sollten.

1) Textverständnis: Was hilft es dem Übersetzer, wenn er einen sprachlich einwandfreien Zieltext produziert, der inhaltlich falsch ist, weil die Aussage des Ausgangstexts auf sprachlicher Ebene nicht verstanden wurde? Hätte hier ein Muttersprachler der Ausgangssprache den Text nicht vielleicht besser erfasst und dann korrekt übertragen?

2) Sprachniveau: Sprechen Sie genauso gut Deutsch wie Ihr Kind, Ihr Professor, Ihr Paketbote, Ihr Arzt oder Ihre Frisörin? Wieso ich das frage? Die Chance besteht, dass alle genannten Personen eines gemeinsam haben: die Muttersprache. Jeder hat eine Muttersprache. Diese allein ist aber kein Zeichen von Qualität.

3) Sachkenntnis/Fachjargon: Nehmen wir jetzt aber mal an, das muttersprachliche Niveau des Übersetzers ist ausreichend hoch. Um eine vernünftige Übersetzung erstellen zu können, sind aber noch mehr Dinge gefragt. Der Übersetzer muss wissen, worum es geht. Wenn Sie technische Dokumentation übersetzen, müssen Sie wenigstens ein grundlegendes, meist aber ein profundes Wissen über das jeweilige technische Fachgebiet haben. Auch muss bekannt sein, wie man sich in einer Branche bzw. in einer bestimmten Textsorte (Anleitung, Korrespondenz, Ausschreibungen usw.) ausdrückt. Die Muttersprache allein gibt einem das nicht mit.

Fazit: Das Muttersprachprinzip ist zwar sinnvoll, reicht allein aber bei weitem nicht aus, um eine brauchbare Übersetzung zu gewährleisten. Vielmehr sind zusätzlich ein bestimmtes Sprachniveau, profunde Kenntnisse der Fremdsprache, viel Sachkenntnis und vieles mehr gefragt, die oftmals ein Übersetzer, der in die Fremdsprache übersetzt, ebenso oder manchmal sogar insgesamt besser bieten kann.

Weihnachtsdatenbank des BDÜ wieder online

Wenn Sie Ihren internationalen Geschäftspartnern, Kunden, Lieferanten oder Freunden in diesem Jahr eine besondere Freude machen möchten, dann können Sie ihnen in der jeweiligen Landessprache ein frohes Weihnachtsfest wünschen. Die Übersetzung für “Frohe Weihnachten” in mehr als 80 Sprachen finden Sie ab heute auf der Website des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) unter:

http://secure.bdue.de/weihnachtsdatenbank.php

Schöne Grüße und bereits jetzt Ihnen allen eine angenehme Vorweihnachtszeit, auch wenn es noch ein paar Wochen hin ist.

Kundenpflege in München

Nach längerer Zeit melde ich mich wieder über meinen Blog. Die letzten Monate haben viele spannende Aufträge, interessante Kontakte, neue Kunden und vieles mehr gebracht. Zu den Höhepunkten in dieser Zeit gehört für mich auf jeden Fall auch meine Geschäftsreise nach München vom 7. bis 9. Oktober. Hier dazu nur ganz kurz:

Warum ich nach München gefahren bin? Um Akquise ging es mir auf jeden Fall nicht. In den zweieinhalb Tagen, die ich in der bayerischen Landeshauptstadt verbracht habe, habe ich drei Unternehmen besucht, für die ich bereits arbeite. Außerdem hat es glücklicherweise auch noch für einen Kaffee mit einer lieben Übersetzerkollegin gereicht, die ich längere Zeit nicht gesehen hatte. Ich wollte meine Ansprechpartner bei den Unternehmen, mit denen ich teilweise schon jahrelang mehrmals in der Woche zu tun habe, einfach mal (besser) kennenlernen. Man spricht ganz anders mit einem Menschen, wenn man ein Gesicht vor Augen hat und weiß, wie der andere so tickt. Gerade in Geschäftsbeziehungen finde ich das sehr wichtig, da man so potentielle Missverständnisse von vornherein vermeiden kann.

So habe ich viele nette Menschen mit spannenden Lebensläufen kennengelernt, über gemeinsame Projekte gesprochen, getratscht und gelacht. Es war ein schönes Erlebnis, das ich gerne bald mal wiederholen möchte. Mal sehen, wohin mich meine nächste Geschäftsreise führt…

Demnächst an dieser Stelle hoffentlich wieder mehr aktuelle Beiträge von mir.

Schöne Grüße

Florian Tejera

Technische Übersetzerin mit Musik im Blut

Ich selbst höre zwar gerne Musik, bin ansonsten aber bis in die letzte Zelle meines Körpers durch und durch unmusikalisch. Ich kenne jedoch eine Kollegin, da sieht das ganz anders aus. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen, Ihnen eine überaus charmante und kompetente Englisch-Kollegin zu empfehlen.

Michelle Ruth Kloppenburg, technische Übersetzerin und Pianistin

Dr. Michelle Ruth Kloppenburg

Ihr Name ist Michelle Ruth Kloppenburg, promovierte US-amerikanische Muttersprachlerin, die seit längerer Zeit in Deutschland lebt. Sie ist seit über 15 Jahren als Übersetzerin in der Sprachkombination Deutsch-Englisch aktiv und bewegt sich hauptsächlich in den Bereichen Automobiltechnik, Maschinenbau, IT und E-Mobility. Aber auch Marketing-Texte fallen durchaus in ihren Kompetenzbereich. Als geübte Pianistin hat sie ein Ohr für den richtigen Klang, sodass sie immer den richtigen Ton trifft, natürlich auch in sprachlicher Hinsicht. Davon profitieren nicht nur die von ihr erstellten Übersetzungen aus dem Marketing-Bereich, sondern auch die Texte, die sie kompetent auf Grammatik, Stil und andere Aspekte lektoriert. Und wo wir gerade beim Thema sind… selbst technischen Texten kann ab und an ein bisschen Melodie nicht schaden.

Wenn Sie neugierig geworden sind, dann schauen Sie sich doch das Profil von Michelle auf Xing oder LinkedIn an. Wenn Sie es direkter mögen, dann erreichen Sie sie unter:
michellek@paderborn.com bzw. 0175 8389122.

Kurzer Bericht zum Workshop „Texte redigieren mit Stil“

Erfahrungsberichte sollte man immer möglichst kurz nach der Veranstaltung schreiben. Auch ich nehme mir das jedes Mal wieder aufs Neue vor, scheitere aber oft kläglich. So geht es mir auch mit meinem Bericht zu dem Workshop „Texte redigieren mit Stil“ von Henrike Doerr, den ich im Februar dieses Jahres in Köln besucht habe.

Andererseits hat es auch Vorteile, wenn man etwas mit Abstand betrachtet. Die wirklich wesentlichen Dinge treten deutlicher hervor, da diese am stärksten in Erinnerung bleiben. Deshalb möchte ich mich hier auch nicht in Einzelheiten verlieren, sondern nur in groben Zügen erwähnen, was mir besonders in Erinnerung geblieben ist.

Da wäre natürlich der Inhalt an sich. Was heißt überhaupt „redigieren“? Was ist guter Stil und gibt es objektive Kriterien? (Die Antwort lautet übrigens: Ja.) Was ist der Unterschied zwischen Korrektorat, Lektorat und Redaktion? All das wurde sehr eingehend behandelt. So ist zum Beispiel der Unterschied zwischen Korrektorat, Lektorat und Redaktion in der Praxis fließend. Jeder kann es anders verstehen, weshalb man im Gespräch mit dem Kunden genauer abklären sollte, was bei einem diesbezüglichen Projekt genau erwartet wird.

Was für mich ebenfalls ein riesiger Pluspunkt war, sind die praktischen Übungen. Wir konnten uns an vielen, sehr verschiedenen, teils auch sehr lustigen Texten ausprobieren und das Gelernte direkt in die Tat umsetzen. So blieb es immer spannend. Von Langeweile war weit und breit keine Spur.

Das absolute Highlight des Workshops war jedoch zweifellos die Referentin selbst. Ohne sie wäre der Workshop nur halb so gut geworden. Ich möchte es kurz machen: Frau Henrike Doerr ist eine tolle Referentin, die weiß, wie sie die Leute mitnimmt. Darüber hinaus ist sie in ihrem Fach superkompetent. Ein Traum für jeden Seminarteilnehmer und Auftraggeber!

Wenn Sie mehr über Frau Doerr erfahren möchten, dann besuchen Sie doch ihre Website:
www.text-welten.com

Schöne Grüße
Florian Tejera Valenzuela

Aktueller Stand des Mentoring-Programms des BDÜ NRW

Seit diesem Jahr gibt es auch im Landesverband Nordrhein-Westfalen des BDÜ (Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V.) ein Mentoring-Programm für Dolmetscher und Übersetzer. Mit diesem Programm erhalten Berufseinsteiger die Möglichkeit, am Anfang ihrer Selbstständigkeit von den Erfahrungen und dem Wissen erfahrener Kollegen zu profitieren. Dabei kann es um Akquise, Preiskalkulation, Projektmanagement, Umgang mit Kunden, Reklamationsmanagement, Steuerfragen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und viele weitere Themen gehen.

Als zuständiger Referent des Mentoring-Programms in NRW bin ich hautnah dabei und freue mich, dass sich das Programm mittlerweile sehr gut entwickelt. Daher möchte ich Ihnen gerne kurz den aktuellen Stand vorstellen.

Für jeden Mentee den passenden Mentor

Nach einem anfänglich schleppenden Start haben sich mittlerweile sieben Mentoring-Paare in ganz NRW zusammengefunden, ein achtes Paar steht hoffentlich kurz davor. Die Rückmeldungen der Mentees sind bisher durchweg sehr positiv. Eine junge Kollegin meinte sogar, dass sie nicht gedacht hätte, dass es einen dermaßen perfekt auf sie passenden Mentor geben könnte. Einen geeigneten Mentor für einen bestimmten Mentee zu finden ist nicht immer ganz leicht, weshalb ich mich besonders freue, dass es bisher größtenteils sehr gut klappt.

Mentoren gesucht

Aktuell bin ich auf der Suche nach wenigstens zwei weiteren Mentoren bzw. Mentorinnen, die gerne jeweils eine junge Kollegin betreuen möchten. Es geht um ganz allgemeine Fragen zur Selbstständigkeit, wie etwa darum, wie man an neue Kunden kommt, wie man Preise verhandelt, Angebote erstellt, mit CAT-Programmen arbeitet usw. Das sollte für die meisten Kollegen, die seit mehreren Jahren erfolgreich aktiv sind, kein Hexenwerk sein. Interessierte können sich gerne HIER über das Mentoring-Programm informieren. Oder schicken Sie einfach eine E-Mail an:
nw.mentoring@bdue.de.

Schöne Grüße

Florian Tejera Valenzuela
Referent des Mentoring-Programms des BDÜ NRW

Lesenswerter Artikel zu übersetzungsgerechtem Schreiben

Jeder Übersetzer hat sich wohl bereits Gedanken über übersetzungsgerechtes Schreiben gemacht, spätestens dann, wenn er einen Text übersetzen soll, der nicht übersetzungsgerecht geschrieben ist. Unnötige Absätze, die Sätze trennen, inkonsistente Terminologie und vieles mehr machen einem das Leben schwer. Den Übersetzungskunden bzw. (technischen) Redakteur auf diese Mängel hinzuweisen ist oft schwierig, da das Gegenüber die Mängel oft nicht erkennt bzw. deren Folgen für die Arbeit des Übersetzers nicht abschätzen kann. Dabei trägt ein übersetzungsgerecht verfasster Text erheblich zu einer größeren Effizienz und Qualität bei. Kurzum: Die Übersetzungen werden schneller und billiger.

In der aktuellen Ausgabe des MDÜ – Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer, die vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) herausgegeben wird, findet sich ein interessanter Artikel von Dr. Nicole Keller, der die Problematik sehr gut darstellt. Der Text ist als Argumentationshilfe gegenüber Redakteuren und Kunden gedacht und veranschaulicht auch Fachfremden sehr eindrücklich die Schwierigkeiten, die sich aus nicht übersetzungsgerecht geschriebenen Ausgangstexten ergeben.

Klicken Sie auf den nachfolgenden Link, um sich den vollständigen Artikel (PDF-Format) anzusehen*:
Annäherungsversuch – Wie finden Übersetzer und Technische Redakteure zusammen?

Der Artikel spricht für sich selbst. Für diejenigen, die den Artikel lesen, hier noch kurz einige Hinweise zu Punkten, die eventuell missverständlich sein könnten:

  • Auf Seite 15 in der rechten Spalte heißt es: „Dieser Text muss zunächst in eine Word-Datei konvertiert werden, da TM-Systeme grundsätzlich nur Word-Dateien sauber einlesen.“ Da ich selbst beim Lesen auch kurz darüber gestolpert bin, hier der Hinweis, dass sich diese Aussage allein auf die Konvertierung von PDF-Dateien bezieht. TM-Systeme können selbstverständlich auch viele andere Dateiformate verarbeiten, wie etwa *.xlsx, *.idml, *.mif, *.xml, *.html und viele mehr. PDF-Dateien sind jedoch im Grunde nicht zur Bearbeitung gedacht, sodass sie konvertiert werden müssen.
  • Auf Seite 16 in der linken Spalte heißt es: „Das Einrücken von Texten oder Textpassagen wird leider immer noch sehr häufig „manuell“ mit Fix-Tabulatoren oder sogar Leerzeichen vorgenommen, obwohl es in jeder Anwendung dafür bestimmte Funktionen gibt. Solange ein Text nicht übersetzt werden muss, hat diese Vorgehensweise zunächst keinerlei negative Auswirkungen.“ Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das nur keine Konsequenzen hat, wenn die Redakteure auch später sauber arbeiten. Sehr oft habe ich bereits Texte gesehen, in die nachträglich noch Texte eingefügt wurden. Wenn der Redakteur die zuvor manuell eingefügten Tabulatoren, Leerzeichen oder auch Bindestriche nicht korrigiert, kommt es auch ohne Übersetzung im Text zu unschönen Verschiebungen bzw. Worttrennungen mitten in der Zeile.
  • Ebenfalls auf dieser Seite heißt es in Zusammenhang mit Tausendertrennzeichen: „Werden diese Zeichen nun nicht konsistent verwendet oder stattdessen Leerzeichen gesetzt, wird die Zahl vom System nicht oder falsch erkannt und gegebenenfalls auch durch automatische Konvertierungsprozesse falsch „übersetzt“.“ Diese Probleme sind mir ebenfalls schon aufgefallen, gebe aber zu bedenken, dass es im Deutschen, auch laut Duden, zulässig ist, als Tausendertrenner ein Leerzeichen zu verwenden. Es handelt sich also nicht so sehr um ein Problem der Redaktion, sondern vielmehr um eines der Technik, sofern die Zahlenformate im ganzen Text einheitlich verwendet werden.

Das war es von mir. Meiner Meinung nach ein sehr lesenswerter Artikel.

*MDÜ – Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer, Ausgabe 2/15, S. 14-17; mit ausdrücklicher Genehmigung der MDÜ-Redaktion und Frau Dr. Nicole Keller