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Erstellen einer Dateitypdefinition für PHP-Dateien

Vor einigen Tagen benötigte ein Kunde die Übersetzung von mehreren Hundert PHP-Dateien. Dieses Dateiformat wird vor allem für Websites, Online-Hilfen und ähnliche Texte verwendet. Für gewöhnlich besteht eine PHP-Datei aus sehr viel Code, wovon nur bestimmte Bereiche zu übersetzen sind. Aufgrund der großen Zahl an Dateien und der Gefahr, Code zu „zerstören“, sollte eine solche Arbeit nur in einer geschützten Umgebung, wie etwa einem modernen CAT-Tool erfolgen. Ich verwende SDL Trados Studio 2017.

Das Problem

In vielen CAT-Tools lassen sich PHP-Dateien nicht immer ohne weiteres einlesen, da der Aufbau sehr unterschiedlich sein kann. Kurz: Man muss dem Programm zunächst sagen, welche Bereiche zu übersetzen sind und welche nicht.

Die Lösung

Es musste eine eigene Dateitypdefinition geschrieben werden. In diesem Fall genügte zum Glück eine sehr einfache. Hier ein kleiner Auszug aus einer der Dateien:

$string['informationtext'] = 'Info text';
$string['pluginname'] = 'Explanation';
$string['pluginname_help'] = 'An explanation is not really a question type. It simply enables text to be displayed without requiring any answers, similar to a label on the course page.
The question text is displayed both during the attempt and on the review page. Any general feedback is displayed on the review page only.';

Zu übersetzen waren die mit $string eingeleiteten Texte zwischen den einfachen Anführungszeichen nach dem Gleichzeichen, also in unserem Auszug „Info text“, „Explanation“ sowie der komplette Text von „An explanation is…“ bis „review page only.“.

Um die neue Dateitypdefinition zu erstellen, muss in SDL Trados Studio 2017 über Datei > Optionen > Dateitypen das Dateitypenfenster aufgerufen werden. Hier auf „Neu…“ klicken. Es erscheint folgendes Fenster:

Erstellen einer Dateitypdefinition Abbildung 1

Hier kann je nach zu übersetzender Datei die passende Grundlage gewählt werden. Da es sich hier um eine PHP-Datei handelt, ist die Auswahl „Delimitierte Textdatei mit auf regulären Ausdrücken basierenden Begrenzern“ die richtige für uns. Zumindest habe ich diese gewählt, was sehr gut geklappt hat. Dann auf OK klicken.

Im nun erscheinenden Fenster, siehe unten, müssen im Feld „Dateityp-Name“ (so wird der Dateityp in der Dateitypliste angezeigt) und „Dateityp-Kennung“ (so wird der Name vom Programm bei der Erkennung von Dateien angezeigt) entsprechende Angaben gemacht werden.

Erstellen einer Dateitypdefinition Abbildung 2

WICHTIG: Auf keinen Fall darf vergessen werden, bei „Dateinamenerweiterungen (Wildcards)“ unsere Dateierweiterung, hier *.php, anzugeben, da SDL Trados Studio 2017 ansonsten unsere Dateien später nicht erkennt bzw. versucht, diese mit einem anderen Dateityp zu öffnen. Dann auf „Fertig stellen“ klicken.

Nun erscheint der eben erstellte Dateityp in der Dateitypliste und kann in der linken Baumstruktur ausgewählt werden. So weit so gut. Allerdings haben wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts definiert. Der Dateityp ist im Prinzip noch leer. Wir gehen in dem Fenster zu unserem Dateityp und klicken diesen an. Es öffnet sich ein kleiner Verzeichnisbaum. Hier wählen wir „Dokumentstruktur“. In dem rechts erscheinenden Fenster müssen die „öffnenden“ und die „schließenden“ Muster angegeben werden. Das Programm möchte also wissen, wo der zu übersetzende Text anfängt und wo dieser aufhört. Unser öffnendes Muster besteht immer aus $string, einem variablen Text in einer eckigen Klammer, einem Leerzeichen, einem Gleichzeichen, wieder einem Leerzeichen und einem einfachen Anführungszeichen:

$string[‘informationtext’] = ‘
$string[‘pluginname’] = ‘
$string[‘pluginname_help’] = ‘
usw.

Wir müssen dem Programm somit beibringen, alles zwischen $ und dem dritten ‘ als öffnendes Muster zu erkennen. Beim schließenden Muster haben wir mehr Glück. Dieses besteht immer aus „’;“. Um das öffnende Muster entsprechend zu definieren, sind zwingend reguläre Ausdrücke (engl. regular expressions, kurz Regex) erforderlich. Ich habe mich in diesem Fall für folgende Lösung entschieden:

\$.*?\].*?’

Erklärung

Der Anfang unseres „öffnenden Musters“ ist durch $ markiert. Dieses Zeichen ist jedoch selbst bereits mit einer Funktion belegt. So bezeichnet es ein Zeilen- oder String-Ende. Damit es als genau das Zeichen, also ohne Funktion, erkannt wird, ist der Backslash nötig, daher „\$“.

Danach folgt bei uns stets „string“ und eine eckige Klammer. Ein „.“ ist ein beliebiges Zeichen, ein „*“ zeigt an, dass dieses beliebige Zeichen null oder öfter vorkommen kann. Da „öfter“ hier auch im Prinzip unendlich oft bedeuten kann, würden wir, wenn wir es dabei belassen würden, bis ans Ende der Datei gelangen. Da wir das nicht wollen, sagen wir dem Programm, dass es nur so lange beliebige Zeichen einbeziehen soll, bis ein bestimmtes Zeichen kommt. Hierzu verwenden wir ein „?“. Das gewünschte Zeichen, bis zu dem gesucht werden soll, ist die schließende eckige Klammer. Da auch diese eine Funktion hat, benötigen wir auch hier den Backslash. Somit sind wir jetzt bei „\$.*?\]“. Gleich haben wir es geschafft.

Es fehlen jetzt nur noch ein Leerzeichen, ein Gleichzeichen, noch ein Leerzeichen und ein einzelnes Anführungszeichen. Hierzu wenden wir die bereits bekannte Methode mit den beliebigen Zeichen an, die einbezogen werden sollen, bis ein bestimmtes Zeichen, hier das einfache Anführungszeichen, zum ersten Mal auftritt. Das ergibt: „.*?’“. Falls sich jemand fragt, warum wir nicht von Anfang an \$.*?\’ geschrieben haben: Das einfache Anführungszeichen kommt bis zum Text, der übersetzt werden soll, ganze dreimal vor. Mit \$.*?\’ würden wir genau zum ersten Anführungszeichen kommen. Es geht also leider nicht so einfach.

Zu beachten ist noch eine Besonderheit. Die Dateien enthalten mehrzeilige Bereiche. So auch in unseren obigen Textausschnitt, der mit $string[‘pluginname_help’] eingeleitet wird. Wer sich diese Datei zum Beispiel in Notepad++ ansieht, wird feststellen, dass die Zeilen durch CR LF, also einen Wagenrücklauf und Zeilenvorschub getrennt sind. Dies erkennt unser Programm noch nicht. Damit das klappt, muss nur noch ein kleines Häkchen bei dem Kontrollkästchen „Mehrzeilig“ gesetzt werden, siehe folgende Abbildung.

Erstellen einer Dateitypdefinition Abbildung 3

In unserem Fall fehlen jetzt nur noch einige Feinarbeiten, wie die Bestimmung von Inline-Tags, damit auch Variablen oder andere eingebettete Tags in der Übersetzungsumgebung geschützt dargestellt werden.

Noch ein Hinweis: Damit SDL Trados Studio 2017 beim Einlesen der Dateien auch wirklich den neuen Dateityp nimmt, muss dieser in der Dateitypenliste VOR (d. h. oberhalb) allen anderen Dateitypen stehen, die *.php-Dateien verarbeiten können.

Viel Spaß beim Ausprobieren.

Kundenpflege auf die angenehme Art

Kundenpflege kann sehr vielfältig sein. Manche schreiben Weihnachtskarten oder schicken Geschenke, andere führen regelmäßige Gespräche zur Verbesserung der Zusammenarbeit. Das kann bis hin zu gemeinsamen Team-Building-Veranstaltungen gehen. Ich habe all diese Dinge schon gemacht, eine meiner Lieblingsvarianten bleibt jedoch ein einfacher persönlicher Besuch. Leider komme ich nicht allzu oft dazu. Da es in der letzten Woche mal wieder geklappt hat, freue ich mich besonders, kurz darüber zu berichten.

Ich habe die Düsseldorfer Niederlassung der 2W Technische Informations GmbH bzw. des Sprachmarkts besucht. Die Firma hat ihren Hauptsitz in München, jedoch eine kleine Niederlassung in Düsseldorf. Ich arbeite seit mehreren Jahren regelmäßig für die 2W GmbH. Neben Übersetzungen erbringe ich auch sehr viele Korrektorats- und Lektoratsleistungen für diesen Kunden, das heißt, ich korrigiere und prüfe direkt auf Deutsch verfasste Broschüren, Kataloge und sonstige Texte (keine Übersetzungen) auf korrekte Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Konsistenz. Je nach Kundenwunsch kommt auch eine stilistische Prüfung hinzu.

Das persönliche Verhältnis zu meinen Ansprechpartnern in der Firma ist sehr angenehm, sodass man sich wie ein weiteres Mitglied des Teams fühlt. Das nützt beiden, da ich einerseits gerne einige Schritte für diesen Kunden weiter gehe als unbedingt erforderlich und andererseits auch mehr Verständnis von Kundenseite erlebe. Zudem macht es den Arbeitsalltag sehr viel heller und angenehmer. Dazu tragen nicht zuletzt auch meine beiden Ansprechpartnerinnen in Düsseldorf bei, die auf die wohlklingenden Nachnamen Goldenstein und Engelland hören. Herzlichen Dank an die beiden für ihre tolle Gastfreundschaft und die netten Stunden bei Kaffee und süßen Teilchen.

Kundenbesuch bei der 2W GmbH

v.l.n.r. Katrin Goldenstein, Florian Tejera, Katja Engelland

Runde Übersetzungen

Liest sich die Übersetzung, die Sie auf dem Tisch haben, mal wieder grausig? Wünschen Sie sich etwas eingängigere und flottere Formulierungen? Das kenne ich. Aber vielleicht habe ich da einen interessanten Tipp für Sie.

Sarah Thonnet, Übersetzerin für Marketing, Tourismus und Medizin

Sarah Thonnet

Vor einiger Zeit habe ich Sarah Thonnet, eine junge und talentierte Kollegin, kennengelernt. Sie lebt auf den Kanaren und übersetzt spanisch- und englischsprachige Texte vornehmlich aus den Bereichen Gesundheit, Tourismus, Marketing und Wirtschaft ins Deutsche, bei denen es nicht nur auf eine korrekte Übersetzung, sondern vor allem auch auf hervorragende Lesbarkeit und einen guten Klang ankommt. Ich habe bereits einige Übersetzungen von ihr gelesen und war von der Leichtigkeit ihrer Sprache und dem angenehmen Rhythmus sehr angetan.

Vielleicht erinnern Sie sich ja bei Ihrem nächsten Projekt, das zur Veröffentlichung bestimmt ist, an diesen Tipp. Sie erreichen Frau Thonnet wie folgt:

mail@sarah-thonnet.com
0034 / 696 80 92 57
Skype: sarah.thonnet

www.sarah-thonnet.com
www.linkedin.com/in/sarahthonnet

Umfrage: Verhältnis zwischen Übersetzern und Agenturen

Wenn ich mit anderen freiberuflichen Übersetzerinnen und Übersetzern spreche, geht es häufig auch um schlechte Erfahrungen mit Übersetzungsagenturen. Es gibt kaum einen Übersetzer, der keine Anekdote aus diesem Bereich zum Besten geben kann. Aber auch in Übersetzungsagenturen kursieren oft Horrorgeschichten von Erlebnissen mit Übersetzern.

Mein Eindruck ist, dass zwar nicht alle, aber viele der Probleme zwischen Übersetzern und Übersetzungsagenturen auf falschen Erwartungen, Missverständnissen und vor allem Unkenntnis beruhen – und zwar von beiden Seiten. Dagegen möchte ich etwas tun und zwar zum beiderseitigen Vorteil. Um mehr zu erfahren, habe ich daher zwei Umfragen erstellt, eine für Übersetzer und eine für Übersetzungsagenturen. Wenn Sie zu einer der beiden Gruppen gehören, dann nehmen Sie sich bitte kurz die Zeit, um an einer der Umfragen teilzunehmen (evtl. treffen auf Sie auch beide zu). Ihre Meinung und Erfahrung sind sehr wertvoll und wichtig. Die Teilnahme ist absolut anonym und auch Ihre IP-Adresse wird nicht erfasst. Hier die Links zu den Umfragen:

Umfrage für Übersetzer

Umfrage für Agenturen

Vielen Dank bereits vorab für Ihre Teilnahme!

Die Ergebnisse der Umfrage und Ihre Antworten werden in ein Sach-/Fachbuchprojekt einfließen, das ein wenig dazu beitragen soll, das teilweise angespannte Verhältnis zwischen den beiden Parteien zu verbessern. Wenn Sie Anregungen oder Fragen haben, stehe ich Ihnen gerne per E-Mail oder Telefon zur Verfügung.

Freundliche Grüße

Florian Tejera
Diplom-Übersetzer

Felder anlegen in SDL Trados Studio 2015

Wer nach einiger Zeit immer noch wissen möchte, woher eine bestimmte Übersetzungseinheit in einer Translation-Memory-Datenbank (TM) kommt, muss zum Zeitpunkt der Speicherung der Übersetzungseinheit Felder verwendet haben. Dies kann zum Beispiel dann sinnvoll sein, wenn ein TM für mehrere Kunden der gleichen Branche verwendet wird, diese jedoch eine teilweise abweichende Terminologie nutzen. Ein Feld mit der Kundenbezeichnung schafft hier Abhilfe. Ein anderer Fall wäre, dass ein Projekt bearbeitet werden soll, wobei dessen Vorgängerprojekt als Referenz dient. Wenn man ein Feld mit dem Projektnamen angelegt hatte, wäre das hier äußerst hilfreich (sofern keine Perfect-Match-Vorbereitung möglich ist).

Felder können bereits beim Erstellen eines TMs angelegt werden. So erscheint im Assistenten “Neues Translation Memory” irgendwann folgendes Fenster:

Screenshot Felder anlegen beim Erstellen des TMs in SDL Trados Studio 2015

Hier kann man über die Schaltfläche “Hinzu” ein neues Feld hinzufügen. Man trägt zunächst einen Namen ein, der für einen selbst verständlich ist (um das Feld später wiederzuerkennen), dann einen Typ (Zahl, Text, Liste usw.) und je nach ausgewähltem Typ noch weitere Einstellungen. Möchte man zum Beispiel Kunden unterscheiden, weil man mit einem TM mehrere Kunden bearbeitet, dann trägt man unter “Name” beispielsweise “Kunde” ein, wählt beim Typ “Liste” aus und trägt dann bei “Pickliste” die möglichen Kunden ein. Als Typ könnte hier auch “Text” gewählt werden. Eine Auswahl unter “Pickliste” würde dann entfallen und man könnte später den Kundennamen frei wählen. Der Typ “Text” wäre auch für die Nachverfolgung des Projektnamens geeignet.

Auch nachträglich, das heißt wenn ein TM bereits angelegt wurde, können Felder angelegt werden. Zu beachten ist, dass dies allerdings nicht rückwirkend für bereits im TM enthaltene Übersetzungseinheiten gilt, sondern nur für nach diesem Zeitpunkt in das TM aufgenommene Einheiten. Hierfür muss folgender Pfad aufgerufen werden: “Projekteinstellungen – Sprachpaare – Alle Sprachpaare bzw. [jeweiliges Sprachpaar] – Translation Memorys und automatisierte Übersetzung”. Dort wählt man das jeweilige TM aus und klickt auf “Einstellungen…” und dann auf der linken Seite auf “Felder und Einstellungen”.

Screenshot Felder anlegen in TM-Einstellungen in SDL Trados Studio 2015

Hier geht man dann wie oben beschrieben vor. Achtung: Alle diese Einstellungen sind sinnlos, wenn man dem TM nicht sagt, mit welchen Feldinhalten die neu gespeicherten oder aktualisierten Übersetzungseinheiten versehen werden sollen. So weiß das TM zum Beispiel von sich aus nicht, von welchem der von Ihnen angelegten Kunden das jeweilige Projekt kommt. Gehen Sie hierzu auf “Projekteinstellungen – Sprachpaare – Alle Sprachpaare bzw. [jeweiliges Sprachpaar] – Translation Memorys und automatisierte Übersetzung – Aktualisieren”. Wählen Sie hier nur aus, was genau in das jeweilige Feld der Übersetzungseinheiten eingetragen werden soll.

Screenshot Aktualisierungseinstellungen Felder in SDL Trados Studio 2015

Wer es lieber kurz und schmerzlos will, kann es aber auch mit der App Record Source TU aus dem SDL Appstore versuchen. Nach der Installation der App steht bei der Auswahl des TMs neben “Dateibasiertes Translation Memory…”, “Serverbasiertes Translation Memory…” und den anderen Optionen nun auch “Record Source TU …” zur Verfügung. Wählt man diese Option aus, erscheint ein weiteres Auswahlfenster, in dem man nun das gewünschte TM auswählt. Daraufhin erscheint folgendes Fenster:

Screenshot der App Record Source TU

Hier kann man nun einfach eine oder mehrere der drei Optionen auswählen. So könnte unter “Record source project name” im unteren Feld nicht nur ein Projektname, sondern stattdessen auch der Kundenname oder eine sonstige Angabe eingetragen werden. Was hier jeweils sinnig und für die jeweilige Situation passend ist, muss individuell entschieden werden.

Was tun mit vertraulichen Unterlagen

Als Übersetzer arbeitet man mit vielen Arten von Dokumenten und Unterlagen: Geschäftskorrespondenz, technische Dokumentation, Präsentationen, Verträge, Urkunden usw. Die meisten sind vertraulich oder enthalten sogar personenbezogene Daten. Wenn ich solche Dokumente in digitaler Form erhalte, sorge ich am Computer mithilfe von Passwörtern, Verschlüsselung, Antivirenprogrammen usw. für Sicherheit. Was aber, wenn man Unterlagen auf Papier ausdrucken muss, zum Beispiel um eine Übersetzung oder das Layout eines Dokuments zu prüfen, oder die Unterlagen bereits vom Kunden in Papier- oder CD-Form erhält? Auch hier ist Datenschutz oberste Übersetzerpflicht. Einfach in den Papierkorb sollten diese Daten nicht wandern. Vor dem inneren Auge sehen Sie sicher schon die Wirtschaftsspione, die kopfüber in den Müllcontainern von Übersetzern hängen. Auch das Stapeln bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag ist keine Lösung, da sich so die Gefahr nur noch vergrößert.

Wenn die Unterlagen nicht mehr gebraucht, aber auch nicht an den Kunden zurückgesandt werden sollen, müssen sie anderweitig verschwinden, und zwar endgültig und gründlich. Da ich nicht so gerne Lagerfeuer in meinem Garten entfache und auch keinen Kamin habe, sieht meine Lösung folgendermaßen aus:

Schnittergebnis des Aktenvernichters

Ich verwende einen Hochsicherheits-Aktenvernichter mit Partikelschnitt und Sicherheitsstufe P-5, der nicht nur Papier, sondern auch CDs frisst. Von den Unterlagen bleiben nur noch kleinste Schnipsel übrig.

Wie handhaben Sie vertrauliche Unterlagen?

Kundenreferenzen – was dahintersteckt

Siemens, BMW, BASF… Auf den Websites von Übersetzungsdienstleistern begegnet Ihnen oft das Who-is-Who der deutschen und internationalen Wirtschaft, inklusive Logo. Beeindruckend, für wen die alles arbeiten, oder nicht?

Was es heißen soll: Durch die Nennung der Namen anderer großer Unternehmen soll gezeigt werden, dass der jeweilige Dienstleister so groß, kompetent und professionell ist, dass selbst diese renommierten Unternehmen von einer Zusammenarbeit überzeugt werden konnten. Dementsprechend kann der aktuelle Betrachter davon ausgehen, dass der Dienstleister auch die von ihm benötigte Übersetzung einwandfrei erledigen wird.

Wie die Realität aussieht: Die Nennung von Referenzkunden ist in vielen Branchen gängig. Sie kann dabei helfen, das eigene Profil nach außen zu schärfen und sich von Wettbewerbern abzugrenzen. Nicht zuletzt dient sie als Werbemaßnahme. Doch wie viel steckt dahinter. Das hängt maßgeblich von der Art der Referenz ab, d. h. wie diese präsentiert wird. Es sind folgende Referenztypen mit Nennung des Firmennamens zu unterscheiden:

1) Name und Logo: Eine der häufigsten Varianten, da sie recht einfach zu erstellen ist. Für das Zielpublikum hat diese Variante Nachteile. Zum einen ist nicht bekannt, ob der genannte Referenzkunde überhaupt zufrieden war, zum anderen weiß man nicht, was denn tatsächlich für diesen Referenzkunden übersetzt wurde und wie häufig. Es ist ein großer Unterschied, ob man eine 400 Seiten starke technische Dokumentation einer hochtechnischen Anlage übersetzt oder den Liebesbrief des Geschäftsführers an seine Geliebte. Die Aussagekraft dieser Art von Referenz geht also gegen null. Auch für den Übersetzungsdienstleister selbst gibt es bei dieser Methode mehrere Haken: Man benötigt eigentlich die Zustimmung des jeweiligen Kunden, insbesondere für die Nutzung des Logos. Ob die Zustimmung in allen Fällen vorliegt, wage ich zu bezweifeln, sodass im Extremfall ein Schreiben von einem Rechtsanwalt ins Haus flattern könnte. Nicht ganz so schlimm, aber dennoch kontraproduktiv, ist es, wenn der genannte Referenzkunde zufälligerweise der direkte Wettbewerber des Interessenten ist. Dieser wird einen Teufel tun, bei diesem Übersetzungsdienstleister zu übersetzen, Geheimhaltungsversprechen hin oder her.

2) Statement und Name: Eine deutlich bessere Variante, die aber auch deutlich aufwändiger einzurichten ist, sind Statements der Ansprechpartner beim jeweiligen Referenzkunden. Dort schreibt der Kunde selbst in einem oder zwei Sätzen, was der Dienstleister für ihn übernommen hat und dass er mit der Leistung zufrieden waren. Der Haken: Man muss einen Kunden erst einmal dazu bringen, eine solch positive Aussage zu treffen oder eben länger warten, bis sie von selbst kommt. In beiden Fällen muss man dann noch die Erlaubnis des Ansprechpartners einholen, dies auf der Website einzustellen.

Beide Varianten könnten, solange die Geheimhaltungspflicht nicht verletzt wird, durch anonymisierte Beispielprojekte ergänzt werden.

Fazit: Lassen Sie sich von großen Namen nicht zu schnell beeindrucken. Hinterfragen Sie Kundenreferenzen und überlegen Sie, inwiefern diese für Sie überhaupt Relevanz haben.

Das Muttersprachlerprinzip – was dahintersteckt

Auf den Websites von Übersetzungsagenturen oder anderen Übersetzungsdienstleistern liest man oft Schlagworte wie „Muttersprachprinzip“, „Vier-Augen-Lektorat“, „Zertifizierte Qualität“ und und und. Wenn Sie nicht gerade selbst aus der Übersetzungsbranche kommen, werden Sie eventuell nicht immer wissen, was damit genau gemeint ist. Was Ihnen die Anbieter sagen möchten und wie viel Substanz tatsächlich dahintersteckt, möchte ich Ihnen hier und in den folgenden Posts an ein paar Beispielen zeigen.

Muttersprach(ler)prinzip

Was es heißen soll: Die eingesetzten Übersetzer sind Muttersprachler der Zielsprache, d. h. dass ein Text, den Sie auf Englisch benötigen, von einem englischen Muttersprachler bearbeitet wird. Diesem Prinzip liegt die Annahme zugrunde, dass man sich in seiner Muttersprache am besten ausdrücken kann, weshalb auch die Übersetzungsqualität bei einer Übersetzung in die Muttersprache besser ist, als wenn in die Fremdsprache übersetzt wird.

Wie die Realität aussieht: Wenn Sie selbst eine Fremdsprache sprechen, werden Sie wissen, dass Sie sich eventuell nicht ganz so geschliffen ausdrücken können wie in Ihrer Muttersprache, insbesondere dann, wenn Sie sich mit einem Muttersprachler vergleichen. Das Muttersprachprinzip ist also nicht ganz von der Hand zu weisen. Es gibt allerdings einige Punkte, die beachtet werden sollten.

1) Textverständnis: Was hilft es dem Übersetzer, wenn er einen sprachlich einwandfreien Zieltext produziert, der inhaltlich falsch ist, weil die Aussage des Ausgangstexts auf sprachlicher Ebene nicht verstanden wurde? Hätte hier ein Muttersprachler der Ausgangssprache den Text nicht vielleicht besser erfasst und dann korrekt übertragen?

2) Sprachniveau: Sprechen Sie genauso gut Deutsch wie Ihr Kind, Ihr Professor, Ihr Paketbote, Ihr Arzt oder Ihre Frisörin? Wieso ich das frage? Die Chance besteht, dass alle genannten Personen eines gemeinsam haben: die Muttersprache. Jeder hat eine Muttersprache. Diese allein ist aber kein Zeichen von Qualität.

3) Sachkenntnis/Fachjargon: Nehmen wir jetzt aber mal an, das muttersprachliche Niveau des Übersetzers ist ausreichend hoch. Um eine vernünftige Übersetzung erstellen zu können, sind aber noch mehr Dinge gefragt. Der Übersetzer muss wissen, worum es geht. Wenn Sie technische Dokumentation übersetzen, müssen Sie wenigstens ein grundlegendes, meist aber ein profundes Wissen über das jeweilige technische Fachgebiet haben. Auch muss bekannt sein, wie man sich in einer Branche bzw. in einer bestimmten Textsorte (Anleitung, Korrespondenz, Ausschreibungen usw.) ausdrückt. Die Muttersprache allein gibt einem das nicht mit.

Fazit: Das Muttersprachprinzip ist zwar sinnvoll, reicht allein aber bei weitem nicht aus, um eine brauchbare Übersetzung zu gewährleisten. Vielmehr sind zusätzlich ein bestimmtes Sprachniveau, profunde Kenntnisse der Fremdsprache, viel Sachkenntnis und vieles mehr gefragt, die oftmals ein Übersetzer, der in die Fremdsprache übersetzt, ebenso oder manchmal sogar insgesamt besser bieten kann.

Weihnachtsdatenbank des BDÜ wieder online

Wenn Sie Ihren internationalen Geschäftspartnern, Kunden, Lieferanten oder Freunden in diesem Jahr eine besondere Freude machen möchten, dann können Sie ihnen in der jeweiligen Landessprache ein frohes Weihnachtsfest wünschen. Die Übersetzung für “Frohe Weihnachten” in mehr als 80 Sprachen finden Sie ab heute auf der Website des Bundesverbands der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) unter:

http://secure.bdue.de/weihnachtsdatenbank.php

Schöne Grüße und bereits jetzt Ihnen allen eine angenehme Vorweihnachtszeit, auch wenn es noch ein paar Wochen hin ist.

Kundenpflege in München

Nach längerer Zeit melde ich mich wieder über meinen Blog. Die letzten Monate haben viele spannende Aufträge, interessante Kontakte, neue Kunden und vieles mehr gebracht. Zu den Höhepunkten in dieser Zeit gehört für mich auf jeden Fall auch meine Geschäftsreise nach München vom 7. bis 9. Oktober. Hier dazu nur ganz kurz:

Warum ich nach München gefahren bin? Um Akquise ging es mir auf jeden Fall nicht. In den zweieinhalb Tagen, die ich in der bayerischen Landeshauptstadt verbracht habe, habe ich drei Unternehmen besucht, für die ich bereits arbeite. Außerdem hat es glücklicherweise auch noch für einen Kaffee mit einer lieben Übersetzerkollegin gereicht, die ich längere Zeit nicht gesehen hatte. Ich wollte meine Ansprechpartner bei den Unternehmen, mit denen ich teilweise schon jahrelang mehrmals in der Woche zu tun habe, einfach mal (besser) kennenlernen. Man spricht ganz anders mit einem Menschen, wenn man ein Gesicht vor Augen hat und weiß, wie der andere so tickt. Gerade in Geschäftsbeziehungen finde ich das sehr wichtig, da man so potentielle Missverständnisse von vornherein vermeiden kann.

So habe ich viele nette Menschen mit spannenden Lebensläufen kennengelernt, über gemeinsame Projekte gesprochen, getratscht und gelacht. Es war ein schönes Erlebnis, das ich gerne bald mal wiederholen möchte. Mal sehen, wohin mich meine nächste Geschäftsreise führt…

Demnächst an dieser Stelle hoffentlich wieder mehr aktuelle Beiträge von mir.

Schöne Grüße

Florian Tejera