Der ist aber groß geworden

Case Study

Ein wohliges Gefühl stellt sich ein. Jedes Mal. Ich sehe mir die neuen Texte an, die zu „meinen“ kleinen Robotern zur Übersetzung ins Deutsche eingehen, bestaune, wie sie sich im Vergleich zu den Vorgängern entwickelt haben, und freue mich über jede neue Funktion. Es ist ein bisschen so, als wären die Roboter meine Kinder. Und irgendwie sind sie es auch.

Wie alles anfing


Meine Co-Vaterschaft begann 2016 als ich erstmals eine Betriebsanleitung eines für mich neuen Produkts auf den Tisch bekam. Ein recht unscheinbarer und kleiner autonomer mobiler Roboter (AMR) mit Lasernavigation, der in Werkhallen oder Krankenhäusern Güter zwischen verschiedenen Punkten transportiert und ganz von selbst, ohne Drähte oder andere externe Leitvorrichtungen, seinen Weg zum gewünschten Ziel findet. Und dabei Menschen sicher ausweicht. Es gab damals noch kein deutschsprachiges Referenzmaterial, sodass ich abgestimmt mit der Herstellerfirma nach eingehender Recherche im Laufe der Arbeit eine neue Terminologie erstellen durfte. Ich weiß nicht, woran es lag, aber ich schloss den fahrenden Kasten in mein Herz. Und das merkte man wohl meiner Übersetzung an, denn der Kunde war sehr zufrieden und schickte immer weitere Aufträge. In den Folgejahren durfte ich den Roboter auf seinem Weg begleiten, war dabei, als er Neues lernte und als er größere und stärkere Geschwister bekam. Ich half der Roboterfamilie dabei, Deutsch zu lernen, sodass Systemintegratoren die Software in der eigenen Sprache konfigurieren konnten. Ich rückte das Produkt auf Websites und in Broschüren ins rechte Licht, damit sie in deutschsprachigen Ländern gut ankommen, und übersetzte Schulungsunterlagen, Softwarehandbücher, Mailings und was man sonst noch braucht, um erfolgreich in Industrie und Gesundheitswesen eingesetzt werden zu können.

Wo wir jetzt stehen


Nach knapp 130 Aufträgen sind die Roboter groß geworden. Was mit einer gerade noch dreistelligen Nutzlast begann, hört vermutlich mit den aktuellen fast anderthalb Tonnen nicht auf. Gleichzeitig sind auch die Terminologiedatenbank, das Translation Memory und meine Erfahrung gewachsen, die nicht nur mir gute Dienste leisten.

> 1000 relevante Terminologieeinträge
> 30.000 Segmentpaare im Translation Memory
> 5 Jahre Produkterfahrung

Der Kunde profitiert von einer schnelleren Bearbeitung, einer besseren Übersetzung und niedrigeren Kosten. Mittlerweile kenne ich die Produkte so gut, dass ich selbst unscheinbare Inhaltsfehler im englischen Ausgangstext erkenne, was letztlich zu einer besseren Übersetzung beiträgt, nicht nur in der deutschen Version, sondern in sämtlichen Sprachen, in die die Dokumente übersetzt werden. Über die Jahre sind wir so zusammengewachsen. Die Technischen Redakteure schätzen mein kritisches Hinterfragen ihrer Texte, die gut verständliche deutsche Übersetzung und meine Zuverlässigkeit. Ich wiederum liebe die Wertschätzung, die ich spüre, wenn der Kunde gerne auf freie Kapazitäten wartet, wenn es bei mir mal etwas voller ist. Wir wissen, was wir aneinander haben.

Wie sich ein Geschäft entwickelt, ob man morgen noch gebraucht wird oder ob das Finanzielle in der Zukunft noch passt, kann man aber natürlich nicht vorhersehen. Das ist der Lauf der Dinge. Natürlich hoffe ich darauf, dass ich in den nächsten Jahren noch viele neue Produktvarianten kennenlernen werde und sie begleiten darf. In jedem Fall kann ich mit einem guten Gefühl auf viele spannende Jahre zurückblicken. In dem Bewusstsein, mitgeholfen zu haben, dass meine Logistikroboter ihren Weg finden. Im wahrsten Sinne des Wortes.


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