Vier Seminare, die ich empfehlen kann

Es gibt viele Dinge, die ich nicht weiß. Beim Wetter von nächster Woche oder den Lottozahlen wird das wohl auch so bleiben (gerade im zweiten Fall würde ich wahrscheinlich hier nicht mehr schreiben). Was jedoch meinen Beruf und meine Fachgebiete angeht, so lassen sich Wissenslücken gut füllen. Das geeignete Werkzeug dafür heißt, Sie ahnen es, „Fortbildung“.

Fortbildung ist ein wichtiger Teil der Qualitätssicherung. Als Übersetzer muss ich wissen, was ich übersetze, da ich nur so den Inhalt des Textes adäquat ins Deutsche übertragen kann. Wenn dieses Wissen fehlt oder unzureichend ist, sieht man das der Übersetzung in der Regel an. Sie wird zwangsläufig wörtlicher sein, näher am Ausgangstext bleiben oder im schlechtesten Fall einfach missverständlich oder falsch sein.

In der letzten Zeit habe ich in diesem Zusammenhang unter anderem auch einige Seminare besucht (neben Webinaren, Fachliteratur usw.). Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, jedes einzelne kurz nach dem jeweiligen Datum an dieser Stelle vorzustellen, bin aber in den Wirren des Alltags meist nicht dazu gekommen. Daher möchte ich hier kurz einen Abriss zu einigen der letzten von mir besuchten Veranstaltungen geben. Die hier genannten Seminare dürfen auch gerne als Empfehlungen angesehen werden, da ich mit diesen vollauf zufrieden war. Wenn sie also nochmal angeboten werden, dann nur zu! (Zu den hier vorgestellten Seminaren siehe vor allem http://seminare.bdue.de/)

Medizinisches Fachwissen: Bewegungsapparat

Wann: März 2016
Referent/-in: Dr. Julia Langer
Umfang: 8 UE

In diesem Seminar ging es stark verkürzt darum, was dazu nötig ist, dass sich unser Körper bewegen kann. Wie sind Bindegewebe, Knochen und Knorpel, Gelenke, Muskeln und das Skelett als Ganzes aufgebaut, wie interagieren sie, welche Probleme kann es geben? Insbesondere letzteres, also Erkrankungen des Bewegungsapparats, wurde abschließend in kleinen Arbeitsgruppen erarbeitet und den Teilnehmern vorgestellt. Sehr lehrreich, sehr unterhaltsam und für meine (leider nicht mehr so häufigen) Übersetzungen im Bereich Medizintechnik sehr hilfreich. Auch das ein oder andere, zum Glück meist nicht so schwerwiegende private Wehwehchen der Teilnehmer konnte besprochen werden.

Technische Übersetzungen mit Schwerpunkt Elektrotechnik für Englisch Teil 1 und 2

Wann: Juli 2016
Referent/-in: David Burkhardt
Umfang: 16 UE

Um dieses Thema mache ich für gewöhnlich einen Bogen: Elektrotechnik. Ich bin ein Mensch, der sich die Dinge, zu denen er Texte übersetzt, plastisch vorstellen muss, was bei Strom, Spannung, Widerstand, Leistung, Frequenz usw. zwangsläufig etwas schwierig ist. Umso mehr ein Grund, der Sache auf den Grund zu gehen. David Burkhardt hat es sehr gut verstanden, den für mich recht abstrakten Begriffen Leben einzuhauchen und selbst mir verständlich zu machen, welche Aufgaben Transistoren, Widerstände, Spulen, Logikgatter und andere Bauelemente in Schaltkreisen haben. Komplex, aber sehr spannend. Durch das Seminar ist Elektrotechnik zwar nicht zu meinen Lieblingsthemen geworden, aber sie ist auch nicht mehr mein Erzfeind.

Textiltechnik – Herstellung von textilen Materialien – Technische Textilien

Wann: November 2016
Referent/-in: Ilona Futó
Umfang: 8 UE

Ein ganz anderes Thema. Textile Materialien … da denkt man zunächst natürlich an Kleidung. Aber man findet sie auch in der Medizin, im Bauwesen (textile Bewehrungen für Beton) und in ziemlich allen Bereichen des täglichen und nicht ganz so alltäglichen Lebens. Was ist ein Garn, was eine Gewebe, Gestricke, Filz, Vlies usw. und was ist jeweils der entscheidende Unterschied? Wie werden solche Textilien hergestellt? Was ist Textilveredelung bzw. Ausrüstung? Man müsste eigentlich meinen, dass man sich mit etwas gut auskennt, das man jeden Tag auf der Haut spürt. So kann man sich täuschen. Besonders praktisch: Ich habe eine Kollegin kennengelernt, die in einem Forschungsinstitut für textile Bodenbeläge arbeitet. Da ich für einen Kunden aus der Teppichbranche arbeite, konnte sie mir prompt eine Woche später bei einer Frage helfen. So muss Networking sein! Ich schulde ihr jetzt allerdings diverse Kaffees.

Houston, was soll ich mit dieser Datei? Dateiformate in SDL Trados Studio

Wann: März 2017
Referent/-in: Jerzy Czopik
Umfang: 8 UE

In diesem Seminar brachte uns Jerzy Czopik (alias „Dr. Studio“) in kompakter, sehr gut verständlicher Form bei, wie man mit regulären Ausdrücken (regular expressions, Regex) Dateien verschiedener Formate (Word, Textformate, XML usw.) so vorbereiten kann, dass sich die zu übersetzenden Passagen, und zwar nur diese, bequem in SDL Trados Studio bearbeiten lassen. Das Seminar war ein echter Volltreffer, wie ich nur wenige Tage später in der Praxis feststellen konnte (siehe Blog-Beitrag „Erstellen einer Dateitypdefinition für PHP-Dateien“).